Neue Kursbroschüre erschienen

Liebe Eltern und Interessierte!
 
Die neue Kursbroschüre Frühling 2015 von Montessori.coop ist erschienen.
 
Sie trägt den bezeichnenden Titel “Mit Begeisterung leben“.

Das Thema Begeisterung verdanke ich André Stern, der davon erzählte, wie die Anteilnahme und die Begeisterung seines Sohnes Tür und Tor bei den Menschen seiner Umgebung öffnete. Mir wurde bewusst, wie wichtig dieses Thema für uns Eltern ist.

Erinnern Sie sich daran, wie es ist, sich brennend für etwas zu interessieren? Wie lebendig sich das anfühlt, wie aufregend? Und wie es sich anfühlt, dann genau das richtige Buch zu finden, die hilfreiche Information, einen Menschen zu treffen, der einem etwas zeigen kann, etwas selbst auszuprobieren? Und besinnen sie sich, welch ein Genuss das ist, der eigenen Begeisterung nachgehen zu können, ohne Unterbrechung dranzubleiben, zu forschen, Fehler zu machen, weiter zu forschen, anderen davon zu erzählen…annika_caroline

„Zwanzig bis fünfzig mal am Tag erlebt ein Kleinkind einen Zustand größter Begeisterung. Und jedes Mal kommt es dabei im Gehirn zur Aktivierung der emotionalen Zentren. (…) Das Gehirn entwickelt sich so, wie und wofür es mit Begeisterung benutzt wird. Deshalb ist es entscheidend, sich als Heranwachsender oder Erwachsener diese Begeisterung zu bewahren. Leider erleben wir im Laufe unseres Lebens alle zu oft das Gegenteil. Wir stellen fest, dass uns die anfängliche Begeisterung, mit der wir uns als kleine Entdecker und Gestalter unserer Lebenswelt auf den Weg gemacht haben, beim Älterwerden zunehmend abhanden kommt. Denn wie oft überwältigt uns heute noch ein Sturm der Begeisterung? Einmal pro Tag, einmal pro Woche? Einmal im Monat?”, fragt Gerald Hüther in einem seiner Artikel.

Begeisterung ist also ein Lebenselixier, sie erhält uns jung und gesund. Manchmal glauben wir, es geht darum zu funktionieren und den Alltag glatt über die Bühne zu bringen. Wir sind beschäftigt. Wir müssen nur noch das hier erledigen.

Auch unsere Kinder müssen ihre Begeisterung oft hinten anstellen, hinter die Pflichten, hinter die Aufgaben, die sie haben und die wir haben, hinter die Termine. Die Begeisterung muss warten, wird unterbrochen. Die Soziologin Marianne Gronemeyer spricht vom „Enthusiasmus interruptus“, allerdings in einem schulischen Zusammenhang.

Doch ich denke, es ist klug auch in unserem Privatleben mehr Begeisterung am Stück zu ermöglichen, mehr Lachen und Lächeln. Es ist klar, dass wir unser Leben meistern müssen, wir können nicht einfach alle Termine absagen, alle Aufgaben aufgeben – aber vielleicht könnten unsere Prioritäten andere sein. Da Begeisterung gesund ist und unsere Lernfähigkeit und unsere Lebensfähigkeit fördert, können wir ihr mit gutem Grund mehr Platz in unserem Leben einräumen und in dem unserer Kinder.

Ich wünsche uns allen viel Spaß dabei.

Thea Unteregger
montessori.coop Elternbildung